Arcandor, ein weiteres Opfer der Finanzkrise?
Der Handels- und Touristikkonzern Arcandor ist in den letzten Tagen wie kein anderes Unternehmen in Deutschland in den Mittelpunkt des medialen Interesses gerückt. Grund sind erhebliche finanzielle Schwierigkeiten, der Konzern steht faktisch vor dem Aus. Zahlreiche Jobs stehen auf dem Spiel, wenn Kaufhausketten wie Karstadt, Hertie oder Quelle vielerorts ihre Pforten schließen müssen.
Der Ruf nach staatlicher Hilfe wurde nicht nur im Management von Arcandor laut. Gleichzeitig wird bereits zu diesem Zeitpunkt die Schuldfrage gestellt. Während auf der einen Seite nicht nur von Friedrich Carl Janssen und Madleine Schickedanz die Bereitschaft zu einer 150 Millionen-schweren Kapitalerhöhung signalisiert wurde, um das Unternehmen vor dem Aus zu retten, zeigte sich die Politik wankelmütig. Wurde zuerst eine Prüfung staatlicher Hilfe in Betracht gezogen, schlossen die zuständigen Minister und Gremien zu einem späteren Zeitpunkt selbst in Insolvenz des Handelskonzerns nicht mehr aus.
Ganz anders Karl-Theodor zu Guttenberg. Der Wirtschaftsminister fordert zusammen mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die Eigentümer dieser Business Community und auch die beteiligten Banken ein deutlich höheres Maß an Verantwortung übernehmen.
Die Zahl all derer, die am Untergang dies großen Konzerns beteiligt sind, ist groß und erstreckt sich nicht nur über die Bereiche Wirtschaft und Finanzen. Karl-Gerhard Eick übernahm am 1. März das sinkende Schiff. Er setzt sich mit allen Mitteln für den Erhalt staatlicher Bürgschaften ein. Muss der Konzern sein endgültiges Aus erklären, geht es nicht nur um finanzielle Belange. Zahlreiche Arbeitsplätze und Existenzen stehen ebenfalls mit auf dem Spiel, und das nicht nur bei Karstadt. Doch es scheint einen Lichtblick zu geben. Eckhard Cordes, der Chef des Metro-Konzerns ist bereit, nach entsprechenden Verhandlungen einen Großteil der 90 Karstadthäuser zu übernehmen. Der nächste Schritt bestünde darin, diese Häuser in seinem Kaufhof-Konzept zu integrieren.
Noch während Stimmen wie die des Verdi-Chefs Frank Bsirske an die Regierung appellieren, mit Bürgschaften Acandor vor dem Aus zu bewahren und somit unzählige Jobs zu erhalten, werden die staatlichen Hilfen von Regierungsseite abgelehnt.

































































































